Kuhmilch vs. Mandelmilch: Der Alltags- und Geschmackstest

Kuhmilch vs. Mandelmilch: Der Alltags- und Geschmackstest
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Kuhmilch ist in unserem Alltag omnipräsent. Ob am Morgen im Müsli, im Kaffee und Kakao oder zum Backen und Kochen – das Tetrapack Frisch- oder H-Milch wird sich in fast jedem Haushalt finden. Doch gibt es noch Alternativen zu normaler Kuhmilch und schmecken diese?

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Ja, natürlich gibt es die: Reismilch, Sojamilch und – mein bisheriger Favorit: Mandelmilch. Kaffee trinke ich nur noch mit der Mandel-Alternative (soweit dies auswärts auch möglich ist) und mein Müsli esse ich entweder mit Soja-Joghurt oder Mandelmilch.

Ich muss vorab aber dennoch betonen, dass ich K E I N E reine Veganerin bin und ich tierische Produkte esse (ausgenommen Fleisch, Fisch usw.).

 

Woraus besteht Mandelmilch?

Grob gesagt besteht Mandelmilch aus Wasser und – wie der Name schon verrät – Mandeln. Somit zählt es zu den pflanzlichen Getränken. Hergestellt wird sie, indem man angeröstete oder gemahlene Mandeln mit heißem Wasser übergießt. Dies muss mehrere Stunden ziehen. Die Mandelmilch wird anschließend gesüßt oder – je nach Geschmacksrichtung – gewürzt. Es gibt verschiedene Varianten der Mandelmilch.

 

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Und Kuhmilch?

Kuhmilch ensteht in den Drüsen von Kühen. Durch den Blutkreislauf erreichen verschiedene Nährstoffe den Euter, in welchem die Kuhmilch schließlich entsteht. Die Milch wird durch das Melken der Kuh gewonnnen. Dies geschieht heutzutage überwiegend mechanisch. Wieviel Milch ein Tier produziert, hängt von mehreren Faktoren ab: Dazu zählen unter anderem die Fütterung, das Alter, das Gewicht des Tieres und vor allem der gesundheitliche Zustand der Kuh. Kuhmilch ist in verschiedenen Fettstufen erhältlich: von 0,1 bis 3,5 Prozent Fettgehalt (Rohmilch bis zu 5 Prozent).

 

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Der Vergleich: Mandelmilch vs. Kuhmilch

Zunächst einmal möchte ich die Nährstoffangaben beider Milchvarianten gegenüberstellen. Als Vergleichbasis dienen mir die Nährwertangaben von K-Classic Frische Milch 1,5 % und Alpro Mandel original.

 

Durchschn. Nährwert  pro 100ml                   Kuhmilch                        Mandelmilch

 

Brennwert                                                           195 kJ/ 46 kcal                102 kJ/ 24 kcal

 

Eiweiß                                                                  3,4 g                                   0,5 g

 

Kohlenhydrate                                                     4,8g                                   3,0g

davon Zucker                                                       4,8g                                   3,0g

 

Fett                                                                         1,5g                                   1,1g

davon ges. Fettsäuren                                       1,0g                                    0,1g

Cholesterin                                                          keine Angabe                   0mg

 

Ballaststoffe                                                        0,0g                                     0,2g

 

Natrium                                                               0,05g                                    0,05g

 

Calcium                                                             keine Angabe                     120mg

 

Dazu enthält die Mandelmilch laut Angabe die Vitamine Riboflavin (B2), B12, D2 und E.

Auf den ersten Blick erscheinen die Nähwerte gar nicht so unterschiedlich. Mandelmilch hat auf 100ml 1,8g weniger Zucker, etwas weniger Fett, dafür aber auch weniger Eiweiß. Auch wenn es hier aufgrund der fehlenden Angaben nicht aufffällt: Aber Mandelmilch besitzt im Gegensatz zu Kuhmilch KEIN Cholesterin, mehr Ballaststoffe und 0,9g weniger ungesättigte Fettsäuren. Zudem hat sie einen etwas niedrigeren Brennwert als die 1,5 % Kuhmilch.

Einen weiteren Vorteil hat Mandelmilch: Sie ist laktosefrei und somit super für laktose-intolerante Menschen geeignet.

 

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Noch nicht überzeugt?

Für die meisten sind das wahrscheinlich nicht die schlagenden Argumente für die Mandel- oder gegen die Kuhmilch. Also schauen wir uns doch mal die Tierhaltung und die Produktionsarten noch etwas genauer an. Auch Milchkühe unterliegen leider der Massentierhaltung.

Laut dem Milchindustrie Verband (MIV) betrug der Pro-Kopf-Verbrauch von Konsummilch in Deutschland im Jahr 2012 ca. 54,4kg.  Die Zunahme bezieht sich primär auf die Vollmilch.  Ein Liter Milch wird dabei mit ca. 1,02 Kilogramm berechnet (da die Nährstoffe auch noch dazukommen). (Quelle: http://www.meine-milch.de/artikel/privater-verbrauch).

Diese Menge an Milch muss aber auch irgendwo herkommen. Leider wird den Verbrauchern oft das idyllische Bild einer Weidekuh suggeriert, die den ganzen Tag auf der Weide grast und ein glückliches Leben führt. Dem ist N I C H T so.

Der Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung e.V. beschreibt die Umstände ganz gut und ausführlich. Damit eine Kuh Milch produziert, muss sie trächtig sein und das Kalb zur Welt bringen. Dieses wird der Mutterkuh bereits nach 12 -24 (!!) Stunden entrissen, sodass die Kuh so schnell wie möglich erneut besamt werden kann. Man spricht heutzutage von „Hochleistungskühen„. Diese können/ müssen mehr als 10.000 Liter Milch im Jahr produzieren. Doch eine Hochleistungskuh schafft dies nicht einfach so: Damit sie mehr produziert, erhält sie einen hohen Anteil an Kraftfutter, wodurch jedoch ihr Gesundheitszustand leidet. Die Fruchtbarkeit kann schließlich nachlassen oder es entstehen Krankheiten am Euter, sodass solch eine Kuh bereits nach wenigen Jahren (ca. 5) geschlachtet wird – nur weil sie keine Hochleistungen mehr erbringen kann. Das normale Lebensalter einer Kuh liegt allerdings bei 20-25 Jahren.

Dieser Aspekt ist für mich ein wichtiger Grund, nach und nach auf Mandelmilch (oder einen anderen Milchersatz) umzusteigen.

 

Aber Kuhmilch enthält doch wichtige Nährstoffe und ist gesund!

Nicht unbedingt. Es gibt mittlerweile viele Stimmen, die Kuhmilch ihren hohen Gesundheitswert absprechen. Immer öfter wird vermutet, dass extrem hormonhaltige und pasteurisierte Milch (z.B. H-Milch), die aus der Massenindustrie ensteht, krebserregend wirken könnte (Quelle: Zentrum der Gesundheit). Daneben soll Kuhmilch bei manchen Menschen Unwohlsein auslösen. Beobachtet doch einfach mal, wie es euch nach dem Konsum von Milch geht und ob euer Magen etwas grummelt 😉

 

Mandelmilch im Alltagstest

Mir persönlich schmeckt Mandelmilch ganz gut. Ich mag den Geschmack und kann sie auch pur trinken. Man schmeckt in jedem Fall aber einen deutlichen Unterschied zu Kuhmilch. Mit Mandelmilch kann man meiner Erfahrung nach ebenso gut backen und kochen, man muss jedoch den Eigengeschmack beachten. Leider ist Mandelmilch im Gegensatz zu Kuhmilch wesentlich teurer. Die Mandelmilch von Alpro kostet ca. 2,70/ 2,80 Euro je Liter. Es gibt im Internet aber auch günstigere Marken für unter 2 Euro je Liter.

Kuhmilch dagegen kostet – ebenfalls je nach Marke – zwischen 0,55 cent bis 1,50 Euro je Liter.

Das ist jedoch genau der Punkt, den wir hinterfragen sollten: Alles muss heutzutage so billig wie möglich sein. Die Umstände der Produktion rücken in den Hintergrund. Aus diesem Grund solltet ihr euch nicht vom Preis der Mandelmilch abschrecken lassen. Wer neugierig geworden ist und mal kosten möchte, sollte es auch tun. Es lohnt sich wirklich.

Bitte beachtet auch, dass ich in diesem Test nur die Milchprodukte von zwei Herstellern gegenübergestellt habe. Es gibt für beide Milcharten verschiedene Hersteller und verschiedene Sorten!

 

Fazit: Mein Daumen geht definitiv für die Mandelmilch hoch.

Schreibt uns doch eure Erfahrungen mit Mandelmilch und wie sie euch schmeckt/ wozu ihr sie verwendet 🙂

 

Liebe Grüße,

Sarah

8 Kommentare

  • Ein naiver Artikel. Kuhmilch wird kritisch gesehen, aber der Alpro Mandeldrink wird für gesund gehalten? Das ist ein industriell designter Drink, der nicht viel mit Mandeln zu tun hat. Voll mit Zuckerzusatz, Emulgatoren, Farbstoffen und extrem teuer. Schmeckt er und hat er ähnliche Eigenschaften wie Kuhmilch? Ja. Ist er gesund und natürlich? Garantiert nicht!

    • besenpilotin

      Ich stimme dir voll und ganz zu, dass es wahrscheinlich gesündere Varianten als den Alpro Mandeldrink gibt – v.a. in Anbetracht der Zuckermengen. Aber in dem Artikel geht es hauptsächlich darum, pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch aufzuzeigen und darzustellen, dass es bereits pflanzliche Alternativen gibt. Aber dein Kommentar ist eine gute Anregung, sich noch mehr mit den Alternativen auseinanderzusetzen und weiterhin auszuprobieren, was möglich ist.

  • Ethische Aspekte des Konsums von Molkereiprodukten muss natürlich jeder mit sich selbst ausmachen, aber was die gesundheitlichen Aspekte des (Kuh-)Milchkonsums betrifft, muss man sich gar nicht unbedingt auf das „Zentrum für Gesundheit“ stützen. Da gibt es belastbarere Quellen, etwa die Harvard Medical School, unter anderem:

    http://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/calcium-full-story/
    oder
    http://www.askdoctork.com/is-milk-good-for-you-201207172242

    Laut Harvard-Studie darf man davon ausgehen, dass das ja gern und viel erwähnte Calcium in der Kuhmilch für den Menschen nicht verwertbar ist, weil sie gleichzeitig schwefelhaltige Aminosäuren enthält, die der Körper dann unter anderem zu Schwefelsäure verstoffwechselt, die das Milch-Calcium neutralisiert. Vom Calcium in der Mandelmilch hätte man also mehr, denn die enthält diese Aminosäuren nicht.

    Ansonsten ist Kuhmilch ein anerkannt wertvolles Lebensmittel für Kälber… bei Menschen gibt es da inzwischen berechtigte Zweifel.
    Harvard empfiehlt aufgrund der vielen mit Kuhmilch assoziierten Risiken (siehe Studie), den Konsum auf ein Glas pro Tag zu beschränken. Das entspricht übrigens einer handelsüblichen Scheibe Hartkäse. Der zählt mit…

    • besenpilotin

      @Hans: Du hast dich ja ziemlich gut informiert 🙂 Das freut mich und danke für deinen interessanten Kommentar!

  • Jap, das mit dem Krebs hab ich auch gelesen – und genauso viele Artikel, die sagen „naja, is nich ganz so“. Umstrittenes Thema – ähnlich wie „Braucht eine Kuh Hörner oder nicht“.

    Ich zahle gerne für ein Produkt, wenn ich weiß WARUM – bei Wasser und Mandeln (von denen ich auch nicht weiß, woher sie kommen und ob sie verpestiziert sind) bin ich noch skeptisch.

    Wenn ich sie mal probiert habe, lass ich es dich wissen, was ich von ihr halte ;o)

  • Hi,
    Dein Timing ist ja super, wo gerade der Rückruf von Mandelkernen ist wegen Salmonellen.

    Also zum Testen würde ich sie mir mal kaufen, die Mandelmilch – aber als Alltagsprodukt ist sie mir zu teuer. Ich liebe Kuhmilch – und zwar die von Landliebe – die ist so „Oh Gott“, dass ich davon ausgehe, dass keine Mandelmilch da ran kommt ;o)

    Ich finde sie aber arg chemisch – mit den ganzen Inhaltsstoffen; aber viel zu teuer.

    • besenpilotin

      Danke für deinen Kommentar 🙂

      Ich glaube, der Rückruf betrifft nur bestimmte Produktreihen von Mandelkernen in 200g Packungen. Aber natürlich sollte man sich das Pro und Contra verschiedener Alternativen bewusst machen – und solche Meldungen gehören auch dazu.

      Also zum Testen würde ich sie mir mal kaufen, die Mandelmilch – aber als Alltagsprodukt ist sie mir zu teuer.

      Je nach dem, wieviel Milch du im Alltag trinkst/ verwendest, kann beim Konsum von Mandelmilch im Gegensatz zu Kuhmilch ein kleines Sümmchen zusammenkommen. Aber mir geht es gerade darum, dass Menschen sich bewusst machen, warum manche Produkte so günstig oder so teuer sind. Es ist wichtig, dass man die Hintergründe kennt und weiß, WAS man da konsumiert und wie es produziert wird.

      Ich finde sie aber arg chemisch – mit den ganzen Inhaltsstoffen; aber viel zu teuer.

      Pasteurisierte Milch enthält ebenfalls einen ziemlich hohen Anteil an Hormonen. Die Auswirkungen auf den Körper sind umstritten. Es wird sogar eine krebserregende Wirkung nachgesagt. Im Internet gibt es einige interessante Artikel dazu.

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