Jagd – Von Trophäengier und Wilderei

Jagd – Von Trophäengier und Wilderei
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Das Thema Jagd ist derzeit in allen Medien präsent: Der US-amerikanische Zahnarzt Walter P. hat im afrikanischen Simbabwe den wohl berühmtesten Löwen Cecil erlegt. Obgleich Walter P. nicht der einzige Reiche ist, der sein Geld für Jagdreisen ausgibt, steht er nun symbolhaft für dieses mehr als fragwürdige Hobby.

Der Zahnarzt hat sich triumphierend mit seiner „Beute“ im Internet präsentiert und wurde damit innerhalb kürzester Zeit zum internationalen Hassobjekt. Nun versucht er, sich mit Hilfe einer PR Agentur aus der Misere herauszureden, indem er öffentliche Entschuldigungen abliefert und die Legalität seiner Reise hervorhebt. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen. Die wirkliche Rechtmäßigkeit über dieses Ereignis wird noch diskutiert.

Durch dieses bedauerliche Ereignis wird die v.a. die Großwild-Jagd wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Reiche Leute geben jede Menge Geld aus, um ins ferne Afrika zu reisen, an Großwildsafaris teilzunehmen und entsprechende Tier zu töten. Es gibt Jadgveranstalter, die sich die Jagdführung teuer bezahlen lassen. Wieviel ist das Leben eines Löwen in dieser widerlichen Jagdmaschinerie wert? Das hängt davon ab, ob es sich um ein freilegendes oder ein im Großgehege lebendes Tier handelt. Der Umsatz dieser makabren Branche verläuft in Milliardenhöhe. Das Erlegen eines Tieres lassen sich die „Jäger“ oft bis zu mehreren Tausenden kosten.

Die Leidenschaft des Tötens als Antrieb eines mehr als fragwürdigen Hobbys. Jagdanhänger behaupten, dass eingenommene Geld würde u.a. für Artenschutz und Wilderei-Prävention ausgegeben. Jagen würde durch die hohen Einnahmen die Wirtschaft ankurbeln. Die Jagd erfolgt häufig auf so genannten Wildfarmen, in denen Tiere teilweise für die Großwildjagd gezüchtet werden. Jagdtouristen erhalten dann gegen eine mehr oder weniger große Summe die Möglichkeit, Tiere in diesem Territorium zu schießen.

Durch das stetige Anwachsen dieser Wildfarmen etabliert sich auch die Großwildjagd zunehmend – schließlich schafft sie Arbeitsplätze und erwirtschaftet Geld. Dadurch gelangt die Thematik in einen immer enger werdenden Kreis, dem Tierschützer nur schwer etwas entgegen setzen können.

Löwen

Ich frage mich, was Menschen tatsächlich an der Jagd finden. Wehrlose Tiere aus dem Hinterhalt zu erlegen gehört nun wahrlich nicht zu den ehrenhaften Hobbies. Auch in Deutschland gibt es die so genannten Hobbyjäger. Hierzulande wird die Jagd gesetzlich reglementiert. Voraussetzung für eine legale Ausführung der Jagd ist eine Jagdausbildung. Allerdings erschließt sich für mich der Sinn dieser Freizeitbeschäftigung dennoch nicht. Für eine Aufrechterhaltung des natürlichen Gleichgewichts ist m.E. der Förster zuständig – dazu regelt die Natur ihren Teil in der Regel selbst. Die Hauptmotive der Jagd sehe ich eher in der Lust am Töten sowie in der Gier nach „Trophäen“, nach dem Gefühl der Überlegenheit.

 

Auch wenn die Tötung des Löwen eine unglaubliche Tragödie ist – vielleicht trägt sie nun ihren Teil dazu bei, das Thema Jagd/ Großwildjagd weiter in die Öffentlichkeit zu rücken und ihre Sinnlosigkeit hervorzuheben. Ich hoffe es!

 

Eure Besenpilotin

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