Die Hundemenschen

Die Hundemenschen
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In diesem Artikel geht es nicht um bizarre Fabelwesen oder Zauberkreaturen, die halb Mensch und halb Hund sind. Hundemenschen sind wie du und ich.
Meistens erkennt man sie an ihren vierbeinigen Gefährten, mit denen sie bei Wind und Wetter durch die Gegend marschieren. Immer mit einem kleinen Kotbeutel bewaffnet, schlurfen sie durch die Straßen, hinter sich eine kaum merkbare Geruchsfahne von Hundeleckerlies hinterherziehend. Ab und zu merkt man, wie sie sich mit ihrem vierbeinigen Gefährten unterhalten und ihn als (meist) stummen Gesprächspartner ansehen.
 
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Ich bin stolz zu sagen, dass auch ich ein Hundemensch bin. Der Alltag mit Hund ist einfach toll. Natürlich gibt es oft Momente, in denen man am liebsten an die Decke gehen würde, aber schaut man dann in die treudoofen Augen ist auch alles wieder vergessen. 🙂
 
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Aber ist jeder Hundebesitzer auch gleich Hundebesitzer? Eher nicht! Nach kurzer Recherche habe ich im Internet tatsächlich eine Studie gefunden, die Hundemenschen in drei wesentliche Typen unterscheidet: Den Prestigeorientierten Hundehalter, den hundefixierten Hundehalter und naturverbundenen/ sozialen Hundehalter.
Die Studie basiert auf einer Befragung und Beobachtung von 2800 Hundehaltern und wurde im Jahr 2008 in einem Team um Dr. Silke Wechsung (Uni Bonn) erarbeitet. In wissenschaftlicher Bezeichnung heißt die Studie „Psychogramm des Hundehalters.“
Die zusammenfassenden Ergebnisse dieser Studie will ich euch nicht vorenthalten.
 
Typ 1: Prestigeorientiert
Diese Art des Hundehalters ist vor allem an seinem eigenen Nutzen interessiert. Ein Hund steigert das Selbstbewusstsein und das Ansehen dieses Menschen. Seinen Hund erzieht er oft inkonsequent und ungeduldig, was durch oftmals fehlendes Fachwissen komplettiert wird. Daher ist die Beziehung zwischen Mensch und Hund in diesem Fall labil und der Hund kann soziale Unvertäglichkeiten aufweisen.
Typ 2: Der Hundefixierte
Für den Hundefixierten ist sein Vierbeiner ein grundlegender Bestandteil seines Lebens, wobei er jedoch immer die Grenze zwischen Hund und Menschen weiterhin klar definiert. Die Hundefixierten möchten sowohl, dass ihr Hund gegenüber anderen nicht negativ auffällt, als auch ein liebevolles Verhältnis zum Vierbeiner. Laut der Studie sind die Hundefixierten allerdings oft resistent gegen die Hilfe von außen. Sie wissen am besten, was dem eigenen Vierbeiner gut tut und was nicht.
Zwischen ihm und seinem Vierbeiner herrscht eine stabile und gute Beziehung, die sich oft durch eine enge Bindung zwischen Hund und Mensch kennzeichnet.
Typ 3: Naturverbunden und soziale
Der dritte Hundehalter-Typ ähnelt dem Hundefixierten. Für ihn bedeutet der Vierbeiner ein Stück Natur im Alltag. Er nimmt allerdings klar die Führungsposition im „Rudel“ ein und erzieht seinen Hund konsequent. Das Fachwissen dieses Typs ist vergleichsweise hoch, wodurch die Beziehung zwischen ihm und dem Vierbeiner stabil und qualitativ hochwertig ist.
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Ich persönlich finde die Abgrenzung insgesamt noch etwas schwammig. Aber wer sich mit Hundehaltung und Hundehalter-Typen näher befasst, merkt schnell, dass es noch einige andere Ansätze gibt, die ich hier jetzt aber nicht alle aufzählen will.
Was allerdings mehr auffällt, ist der eindeutige Unterschied zwischen Hundemenschen und Nicht-Hundemenschen. Das, was wie eine billige Stereotypisierung, lässt sich dennoch immer wieder beobachten und wird auch von verschiedenen Leuten immer wieder augegriffen. Der bekannteste Deutsche, der sich mit solchen Sachen beschäftigt, ist wohl Martin Rütter. Er hat schon zig Situationen beschrieben, die wir tatsächlich auch im Alltag erleben. Wenn ein Hund im Haushalt lebt, kann es durchaus passieren, dass hier oder da mal ein Haar aufzufinden ist. Hundemenschen tolerieren dies. Nicht-Hundemenschen können da durchaus mal angeekelt die Nase rümpfen.
Hunde riechen auch manchmal. Dieses Beispiel kenne ich auch aus eigener Erfahrung: Wenn unser Leon mit im Auto fährt, ist darin anschließend eine leichte Hundenote vernehmbar ;-). Während Hundemenschen ohne mit der Wimper zu zucken und kommentarlos ins Auto steigen, habe ich von Nicht-Hundebesitzern schon öfter naserümpfend gehört: „Das riecht hier aber ganz schön nach Hund“.
 
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Ich finde sowas gar nicht schlimm und ich will auch nichts Schlechtes über Nicht-Hundemenschen sagen. Aber ich denke, diese kleinen Unterschiede sind doch einfach bemerkenswert, oder nicht? Woher kommen sie? Hat das tatsächlich was mit der Erziehung zu tun und/ oder mit einer Kindheit mit oder ohne Hund?
Daneben gibts oft noch sowas wie die Unterscheidung zwischen Katzen- und Hundemenschen. Wir haben beides zu Hause und ich möchte beide nicht hergeben 😉
Aber auch da kenne ich Beispiele, die zu diesen Typisierungen passen. Die einen halten lieber eine Katze, während wiederum Andere einen Hund bevorzugen. Das hab ich nur zu oft in der Bekanntschaft gesehen.
 
Was meint ihr, gibt es sowas wie Hunde- und Nicht-Hundemenschen und Katzenmenschen? Ich bin gespannt, was ihr dazu zu sagen habt und welche Erfahrungen ihr gemacht habt. 🙂
 
Eure Sarah, die Co-Pilotin
 
 
 
 
 
 
 
 

6 Kommentare

  • Nichthundemenschen habe ich noch nicht kennen gelernt, aber welche die sich damit schwer tun das Gibbs bei uns sich wie zu Hause fühlen darf. Hier merkt man sofort wer Hunde als Nutzen sieht oder nicht so akzeptiert, denn Gibbs darf auch auf die Couch, bekommt nach dem Essen auch was von uns ab. Er gehört einfach zur Familie.

    • Ja, unsere Tiere sind auch Familienmitglieder 😀
      Ich wünsche tolle Ostertage und schicke für Gibbs einen Osterknuddler 😀

      LG, Steffi

  • Seit neuestem bin ich auch stolze Hundebesitzerin und hab daher deinen Artikel hoch interessiert gelesen. Mittlerweile habe ich auch schon festgestellt, dass es Hunde- und Nicht-Hundemenschen gibt. Wobei ich zugeben muss, dass ich vor meiner Hundezeit ebenfalls viel pingeliger war, jetzt sehe ich einiges anders 😉 Allerdings bin ich ein Nur-Hundemensch, Katzen akzeptiere ich – sind aber nicht so mein Ding 😀 lg,

    • besenpilotin

      Ui, das ist ja super 😀
      Was ist es denn für einer? Hihi…Pingeligkeit wirst du irgendwann ganz und gar ablegen 😀
      lg Steffi

  • Liebe Sarah,

    deinen Artikel finde ich wirklich Super! So treffend hat sich schon lange keiner ausgedrückt! Bitte weiter so 😀
    Ich bin seit kurzem auch dabei einen Blog aufzubauen. Vielleicht hast du ja Lust mal vorbei zu schauen…

    • Hallo Trixie,

      danke 🙂 Nach einer längeren Auszeit sind wir nun wieder fleißig am Schreiben und Bloggen. Gern schau ich mal bei dir vorbei! 🙂

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